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Dabigatran

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten (1):
  • Erwachsenen >75 Jahre mit nicht-valvulärem Vorhofflimmern mit >=1 Risikofaktoren:
    • vorausgegangener Schlaganfall oder systemische Embolie,
    • linksventrikuläre Ejektionsfraktion > 40% und symptomatische Herzinsuffizienz Klasse 2.
  • Erwachsenen >65 Jahre mit Diabetes mellitus, koronaren Herzerzerkrankung oder arterielle Hypertonie mit nicht-valvulärem Vorhofflimmern mit >=1 Risikofaktoren:
    • vorausgegangener Schlaganfall oder systemische Embolie,
    • linksventrikuläre Ejektionsfraktion > 40% und symptomatische Herzinsuffizienz Klasse 2.
Dosierung/Anwendung:
  • Die Anwendung von Dabigatran ist einfacher als die der Vitamin K-Antagonisten. Es kann z.B. auf routinemässige Laborkontrollen verzichtet werden. Allerdings sind Anwendungsfehler und iatrogene Effekte nicht zu vernachlässigen (1). Jedoch können solche Verlaufskontrollen erforderlich werden bei (2):
    • Patienten mit moderater oder schwerer Nierenfunktionsstörung,
    • drohenden Arzneimittelwechselwirkungen durch unvermeidliche Therapie mit P-Glykoproteinhemmern (Amiodaron, Verapamil, Chinidin, Ketoconazol, Clarithromycin) oder P-Glykoproteininduktoren (z. B. Rifampicin, johanniskrauthaltige Präparate, Carbamazepin, Phenytoin),
    • im perioperativen Setting oder
    • im Falle einer Blutung.
  • A reduced dose is recommended in patients with moderate renal impairment (CrCl 30–50 ml/min) or aged >75 yr (3).
Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen (2):
  • Zeitplan für Absetzung nach der letzten Gabe von Dabigatran vor Eingriff:
    Zeitplan für Absetzung nach der letzten Gabe von Dabigatran vor EingriffArten von Operationen, die mit einem hohen Blutungsrisiko verbunden sind (oder bei großen Eingriffen, bei denen eine komplette Hämostase erforderlich sein kann), einschließlich beispielhaft Herzoperationen, Neurochirurgie, Abdominalchirurgie oder Eingriffe, bei denen ein großes Organ involviert ist. Andere Verfahren wie die SpinalAnaesthesie können ebenfalls eine komplette Hämostase erfordern. Andere wichtige Determinanten der Blutungsgefahr sind fortgeschrittenes Alter, Begleiterkrankungen (z.B. schwere Herz-, Atemwegs- oder Leberkrankheit) und damit einhergehende anti-thrombozytäre Therapie.
  • In der elektiven Situation mit stabilen Wundverhältnissen und zufriedenstellender Blutstillung wird empfohlen, die Behandlung mit einer einzigen Kapsel (je nach Indikation 75, 110 oder 150 mg) Dabigatran 1 - 4 h nach der Operation wieder aufzunehmen. Ab dem folgenden Tag kann die übliche empfohlene Tagesdosis gegeben werden. Eine verzögerte Wiederaufnahme der Behandlung mit Dabigatran ist angebracht, wenn die Wundverhältnisse nicht stabil und die Blutverluste aus der Wunde klinisch relevant sind. Die kurzzeitige Verwendung eines alternativen und antagonisierbaren Antikoagulans (überbrückende Gerinnungshemmung) kann angezeigt sein, wenn eine Thromboseprophylaxe erforderlich, aber das Risiko einer Blutung aus der Wunde noch erhöht ist.
  • Hepatic impairment (increased liver enzymes at >2x the upper limit of the normal range) (3).
  • Is not recommended for concomitant use with other anticoagulants and certain antiplatelet agents (GPIIb/IIIa receptor antagonists, clopidogrel, ticlopidine, dextran, and sulfinpyrazone) (3).
Kontraindikation:
  • Träger einer Herzklappenprothese (1).
  • Patienten mit Kreatininclearance <30 ml/min. (2).
Interaktionen (2):
  • P-Glykoproteinhemmern: z.B. Amiodaron, Verapamil, Chinidin, Ketoconazol, Clarithromycin.
  • P-Glykoproteininduktoren: z.B. Rifampicin, johanniskrauthaltige Präparate, Carbamazepin, Phenytoin.
Revertieren: Dabigatran hat den Nachteil, dass kein spezifisches Antidot zur Verfügung steht (1).

Pharmakokinetik: Halbwertszeit 12-14 h. Dabigatran wird primär über die Nieren ausgeschieden (80% einer intravenösen Dosis), bei einer Störung der Nierenfunktion verlängert sich die Halbwertszeit (2,3).

Referenzen:
  1. Health Professional Communication (12/04/2013): swissmedic.
  2. Hinweise zum Umgang mit Blutungen unter Dabigatran vom Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (12/11/2012): BfArM.
  3. Novel Oral Anticoagulants: Implications in the Perioperative Setting. Anesthesiology. 2010;113:726–45: full text | pdf | periop.