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Dabigatran-assoziierte Blutung

Measurements (1):
  • Bestimmen Sie mindestens die aktivierte partielle Thomboplastin-Zeit (aPTT): eine aPTT > 80 sec kurz vor Einnahme der nächsten Dosis weist auf eine Überdosierung hin
  • Bestimmen Sie die Thrombin-Zeit (TT):
    • sehr empfindlich, mit einer linearen Dosis-Reaktions-Beziehung, aber leider bereits bei geringen Plasmaspiegeln signifikant verlängert,
    • erlaubt daher nur eine qualitative Aussage darüber, ob noch Dabigatran im Plasma vorhanden ist,
    • sie ist aber z.B. geeignet, um vor elektiven Eingriffen sicher zu sein, dass keine Dabigatranwirkung mehr vorhanden ist.
  • Bestimmen Sie den Fibrinogen-Spiegel
  • Geben Sie unbedingt den Zeitpunkt der letzten Dabigatran-Gabe an, wenn Sie Gerinnungsuntersuchungen anfordern.
  • Kontrollieren Sie Blutbild, Nierenfunktion und Elektrolyte (einschließlich Calcium).
  • In der Regel sollte die Prothrombinzeit (INR) nicht zur Beurteilung des Dabigatranspiegels angewendet werden, da wegen der Unterschiedlichkeit der Reagenzien keine pauschale Festlegung getroffen werden kann und bei gleicher Dabigatran- Konzentration der INR-Wert in Abhängigkeit vom eingesetzten Reagenz erheblich schwankt.
Treatment (1):
  • Gegenwärtig gibt es kein spezifisches Antidot für Dabigatran, seine antikoagulierende Wirkung kann nicht durch die Gabe von Vitamin K, Prothrombinkomplexfaktoren-Konzentraten (PPSB-Konzentraten) oder gefrorenem Frischplasma (FFP) aufgehoben werden.
  • Für die Interpretation der Untersuchungsergebnisse und die Behandlung bedrohlicher Blutungen wird empfohlen, einen Hämostaseologen oder Hämatologen hinzuzuziehen.
  • orientierenden Abschätzung der Dabigatranwirkung:
    • aPTT und TT normal: keine Wirkung von Dabigatran vorhanden, ein diagnostischer/chirurgischer Eingriff kann sicher durchgeführt werden.
    • aPTT normal oder geringfügig verlängert und TT verlängert: Wirkung von Dabigatran vorhanden, aber wahrscheinlich niedriger Plasmaspiegel.
    • aPTT verlängert und TT abnormal: Wirkung von Dabigatran vorhanden und/oder weitere Hämostasestörung.
    • Die Abschätzung kann die genaue Wirkspiegelbestimmung nicht ersetzen.
  • Bei Fibrinogenwerten unter ~1,0 g/l (in Abhängigkeit von der Dabigatran Empfindlichkeit des im Testsystem verwendeten Reagenz) kann Fibrinogen mittels Fibrinogenkonzentrat oder gefrorenem Frischplasma (FFP) substitutiert werden.
  • Die Transfusion von Thrombozytenkonzentrat ist indiziert bei einer Thrombozytenzahl unter 70-80 X 10e9/l. Wurde der Patient mit einem Thrombozytenaggregationshemmer behandelt, ist für Erwachsene in der Regel die Gabe von 1 bis 2 Beuteln Thrombozytenkonzentrat erforderlich.
Downloads/Links:
Referenzen:
  1. Hinweise zum Umgang mit Blutungen unter Dabigatran vom Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (12/11/2012): BfArM.